Bildungsmassnahme durchführen

Basierend auf den Resultaten der Standorbtestimmungen, auf den Gesprächen mit Verantwortlichen sowie Bildungswünsche von Mitarbeitenden wird die Bildungsmssnahme von externen Fachpersonen konzipiert.
Parallel dazu arbeiten Betriebsverantwortliche und Kursleitende zusammen um die Bildungsmassnahme zu organisieren. Dazu gehören:
  • Festlegung der Dauer und der Kurzeiten mit Berücksichtigung der betrieblichen Arbeitszeiten und Bedürfnisse
  • Auswahl der Mitarbeitenden für den Kurs
  • Organisation der Kursräume und der benötigten Infrastruktur (z.B. PC für einen IKT-Kurs)
  • Planung der Kurseinheiten und Vorbereitung / Anpassung der Kursunterlagen

Grundsätze für die Durchführung betriebsinterner Bildungsmassnahmen
Damit Bildungsmassnahmen im Bereich der Grundkompetenzen erfolgreich sind, sollten sie sich unter anderem an den folgenden Grundsätze orientieren:

Dauer
Es ist von Vorteil wenn die einzelnen Kurseinheiten, in einem regelmässigen Rhythmus, über mehrere Wochen / Monate verteilt werden.

Raum fürs Lernen
Damit die TeilnehmerInnen sich auf das Lernen konzentrieren können, müssen sie von anderen Verpflichtungen frei sein. Das Lernen soll an einem separaten Ort stattfinden wo sich die MA konzentrieren können und nicht an die familiären und beruflichen Verpflichtungen denken müssen.

Zukunftsorientierung
Bildungsmassnahmen dürfen keine „Strafmassnahmen“ sein. Betriebe müssen bei der Kommunikation die Wertschätzung zeigen und den Mitarbeitenden die Bildungsmassnahme als Chance für die Zukunft verkaufen.

Konkrete Kursinhalte und erreichbare Ziele
Die MA müssen sich mit dem Kurstitel etwas vorstellen können und müssen motiviert sein, die Bildungsmassnahme zu besuchen. Motivie rend und mobilisierend sind Kursinhalte, welche sich auf konkrete Situationen und Alltagsaufgaben beziehen, z. B. Sparen bei der Krankenkasse, Kundendateien aufrufen und nachführen, etc. Auch bei solchen Lernangeboten kann man, ausgehend von den konkreten Situationen, die Sprachkenntnisse entwickeln, den PC verwenden, mathematische Aufgaben lösen und sich andere relevante Kenntnisse aneignen.

Attraktive Kursinhalte
Für die TeilnehmerInnen sollte der Nutzen des Lernens deutlich sein – entweder für die Arbeit oder im privaten Alltag. Wenn beispielsweise der Einstieg in die Computerwelt über Skype und Internet erfolgt, kann das bei MigrantInnen eine grosse Lernmotivation auslösen.

Situationsbezogenes und personalisiertes Lernen
Es sollte immer mit Bezug auf eine konkrete, den TeilnemerInnen bekannte Situation gelernt werden. Es eignen sich Arbeitssituationen oder Alltagssituationen wie z.B. Verträge, Versicherungen, Arbeitsweg, Krankheit, etc. Diese konkreten Situationen sind der Ausgangspunkt für den Lernprozess, aber auch der ständige Bezugspunkt, wenn es ums Trainieren von Fertig keiten geht.

Den Transfer unterstützen
Wenn das Lernen nicht direkt am Arbeitsplatz oder in einer realen Situation stattfinden kann, müssen unterstützende Massnahmen für den Lerntransfer auf „echte“ Aufgaben bei der didaktischen Planung mit vorgesehen werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, z. B. Transfer-Aufgaben, welche zwischen den Kurseinheiten zu erledigen sind oder Kursbesuche des AusbilderIn am Arbeitspltz.

Der Leitfaden C des GO-Toolkits beschreibt diese Grundsätze sowie weitere methodische und didaktische Tipps und Anregungen zur Gestaltung von Bildungsmassnahmen im Bereich der Grundkompetenzen.